Schubert dringt mit seinem Spätwerk (insoweit man bei einem 31-jährigen von einem Spätwerk sprechen kann) in musikalisches Neuland vor. Die Notenschrift, ohnehin nur unvollständige Chiffrierung einer Klangvision, bedarf bei diesen Werken mehr als je zuvor der Deutung durch den Darstellenden. Deshalb verknüpfen wir unsere Entdeckungsreise durch zwei Hauptwerke der Musikgeschichte mit der Frage:
Was ist und wozu braucht man Interpretation?
Was bedeutet „Interpretation“ in der Musik? Genügt es nicht, den Notentext, so wie er geschrieben ist, abzuspielen? Was bewegt einen Interpreten zu seiner Art der Darstellung? Gibt es für ihn auch Alternativen? Verwandelt sich seine Auffassung im Laufe der Zeit? Weshalb und in welche Richtung? Wie findet er seine Tempi, was bewegt ihn zu Temposchwankungen? Sind das alles rein instinktmäßige Vorgänge?
Das Seminar bietet den Teilnehmern die einmalige Möglichkeit, Einblick in die tägliche „Labor“-tätigkeit der Musiker zu erhalten und selbst zu neuen Experimenten (Tempo, Dynamik, Rubato etc.) anzuregen.
In einer angenehmen Umgebung wird ein zweitägiges Seminar incl. zwei Abendkonzerten gehalten.
Die Künstler sind zugleich auch Referenten des Seminars.
Christoph Ullrich: Klavier
Matthias Horn: Bariton
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